Die Ziege kennt nicht nur die besten Antworten, sie stellt auch die allerbesten Fragen – was man spätestens dann merkt, wenn man anfängt, ihre Fragen zu beantworten. Hier haben Sophie und Stefan das mal versucht.

Wisst ihr eigentlich noch, wie das alles angefangen hat mit mir?

Sophie: Klar. Am Wasserspender.

Stefan: Bei Avocado-Quesadillas und Weißwein.

Sophie: Am Meer.

Stefan: Also, eigentlich warst du immer schon da. Nur haben wir dich anfangs nicht gesehen.

Sophie: Aber wir haben immer gewusst, dass da eine Ziege bei uns ist.

Okay. Das klingt jetzt ziemlich … seltsam.

Sophie: War es auch.

Stefan: Seltsam und schön. Wir sind sogar mit dir spazieren gegangen …

Sophie: … und haben dich überall mit hingenommen.

Stefan: Wir haben mit dir gesprochen. Und echt schräge Sachen mit dir erlebt.

Sophie: Weil dich keiner außer uns gesehen hat. Deswegen musste ich dich irgendwann auch malen. Damit wenigstens wir wissen, dass wir uns das nicht bloß einbilden.

Stefan: Und kaum warst du da, hast du uns gesagt, wo und wie du lebst.

Sophie: Was dein Lieblingsessen ist …

Stefan: … und wovor du am meisten Angst hast.

Was ist eigentlich mit euch? Was ist euer Lieblingsessen?

Sophie: Bun Bo, also vietnamesischer Reisnudelsalat. Da mag ich Namen und Geschmack sehr gerne!

Stefan: Spaghetti mit Öl, Chili, Ingwer, Cranberries und Pfeffer.

Was ist in eurem tiefsten Krater?

Sophie: Potential. Ich glaube, das ist es, was in den Kratern von uns allen liegt. Gut zugedeckt von den gefährlichen Dingen, die ich zum Beispiel, wie die Ziege, aus sicherer Entfernung hineingeworfen habe. Da wären zum einen die Geschichten, die ich mir selber erzähle. Über den Krater, über das Leben, über mich. Oder die Ängste, die mich davon abhalten, die Wahrheit zu sehen. Oder die Dämonen, deren Stimmen immer lauter als meine eigene erscheinen. Aber ab und zu muss man auch einfach mal machen, den Abstieg wagen und da unten aufräumen. Denn dann ist alles möglich. Alte Ziegenweisheit.

Stefan: Ich glaube, da unten wartet die beste Version von mir. Also die Person, als die ich gedacht bin. Und wie wir alle müsste ich da eigentlich mal hinabsteigen, um mir das anzusehen. Ohne Angst, ohne Urteile, aber voller Neugier. Um dann wieder hoch zu kommen und das zu leben, was ich da unten gesehen habe. Das klingt vielleicht einfach. Aber wie die Ziege schon wusste: Ganz unten im Krater ist das Aller-Allerschlimmste. Aber genau dem muss man sich stellen, bevor man wirklich sehen kann, wer man ist.

Wann ist für euch Viertel nach Neun?

Sophie: Das Verzwickte an der Zeit ist, dass sie meist genau dann am Schönsten ist, wenn man vergisst, sie in ihrer bekannten Einheit zu messen. Wenn man nicht mehr an 9:14 und noch nicht an 9:16 denkt und der Moment dazwischen genauso lange dauert, wie er eben dauern muss. In diesen Zustand komme ich am besten, wenn ich alleine mit Musik spazieren gehe. Aber auch beim Malen, Schreiben und Boxen. Und eh man sich versieht, ist er dann schon wieder vorbei. Deswegen ist Viertel nach neun für mich genau das: Sich in diesen Momenten treiben zu lassen und gleichzeitig ganz da zu sein, um dann zu bemerken: Huch, mal wieder Viertel nach Neun!

Stefan: Immer, wenn ich es schaffe, alles loszulassen, dem Lauf der Dinge zu vertrauen und zu spüren, dass sich gerade ein Plan erfüllt, der größer ist als ich. Und wenn ich dabei die Sonne im Gesicht spüre, am Wasser sitze und die Bäume höre, ist es sogar doppelt Viertel nach neun. Und wenn wir uns neue Ziegen-Abenteuer ausdenken, natürlich.

Wie sähe das passende T-Shirt zu deiner Stimmung gerade aus?

Sophie: Türkis mit orangenen Punkten. Obwohl sich das auch ständig ändert. Früher dachte ich immer, dass ich nur bestimmte T-Shirt Farben mögen und die anderen am liebsten im Schrank lassen würde. Aber wer würde sich schon auf eine Farbe beschränken, wenn man jeden Tag die meisten T-Shirts der Welt zur Auswahl hat?

Stefan: Golden und strahlend. Weil ich mich so freue, dass du endlich in dieser Welt angekommen bist. Und weil ich weiß, dass du sehr-sehr viele Menschen sehr glücklich machen wirst. Und was gibt es Schöneres, als Menschen glücklich zu machen!